Der Museumsverein Düren e.V., 1905 bei der Eröffnung des Leopold-Hoesch-Museums gegründet, hat von Anbeginn die Geschicke des Leopold-Hoesch-Museums und seiner Sammlungen entscheidend mitgeprägt. Er hat bedeutende Ausstellungen im Museum gezeigt, kulturelle Vorträge und Veranstaltungen durchgeführt und auf diese Weise eine breite kulturelle und wissenschaftliche Bildungsarbeit in Düren betrieben und aufgebaut.


Johann Wilhelm Schirmer – Römische Landschaft (Ausschnitt), undatiert

In der ersten Jahrhunderthälfte war es Aufgabe des Museumsvereins, die im städtischen Leopold-Hoesch-Museum vorhandenen archäologischen, ethnologischen, kunst- und naturwissenschaftlichen Sammlungen zu vermehren und durch Veranstaltungen von Kunstausstellungen und volkstümlich-wissenschaftlichen Vorträgen zu erweitern. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg konzentrierte sich der Museumsverein allein auf die Förderung der bildenden Künste und auf die Sammlung von Kunstwerken. Das hat wohl auch seinen Grund darin, daß die Kunstsammlung des Leopold-Hoesch-Museums fast vollkommen verloren gegangen war, die kulturhistorischen Sammlungen der Archäologie und der Papierhistorie den Krieg überdauert haben.
 
Der Museumsvereinsvorstand der "ersten Stunde" leistete Unglaubliches. Trotz größter materieller Not konnten aus privaten und städtischen Mitteln seit 1946 Kunstwerke für die neue Museumssammlung erworben werden. Die Sammeltätigkeit war von so entscheidender Bedeutung, daß im Januar 1953 satzungsmäßig der Kunstbesitz des Museumsvereins festgeschrieben wurde: Kunstwerke und Gegenstände, die der Museumsverein erwirbt, bleiben von nun an Eigentum des Vereins. Sie werden dem Leopold-Hoesch-Museum als Leihgabe zur Verfügung gestellt.

 
  

Alexej von Jawlensky –
Mädchen mit roter Schleife,
1910


 
  

Ernst Ludwig Kirchner –
Das Tobel,
um 1920


 


Otto Mueller


 

Der Museumsverein, als dessen geborener Geschäfts- und Schriftführer der jeweilige Museumsdirektor fungiert, baute nach 1946 zunächst eine Sammlung der deutschen Klassischen Moderne, hauptsächlich mit Werken der Expressionisten, auf. Im Laufe der Jahre und Jahrzehnte erweiterte sich die Sammlung auch auf die Moderne und die zeitgenössische Kunst.



Adolf Erbslöh – Desenberg V, 1920




Walter Dexel – Portrait J.K.
(Julius Klinger), 1932





Jiri Kolar – Junges Mädchen, 1972

 

(...) Ganz besondere Verdienste haben sich (...) die vielen Förderer und Stifter, die privaten, gewerblichen und industriellen Spender erworben. Ohne deren Engagement, ohne deren Liebe und Zuneigung zum Museum ihrer Heimatstadt hätte diese qualitätvolle Sammlung nicht aufgebaut werden können. Spenden, Stiftungen, Schenkungen sind die selbstlose Hingabe eigenen Besitzes im Interesse von Erhaltung und Verbreitung von Kultur. Gerade im letzten Jahrzehnt sind dem Museumsverein für die Präsentation im Leopold-Hoesch-Museum viele Geschenke gemacht worden. Nennen möchten wir an dieser Stelle nur die umfangreiche Sammlung moderner Kunst von Dr. Rolf Renker und die vielen Geschenke von Carola Peill.

Epochal sind die beiden Stiftungen, die dem Museumsverein in den letzten Jahren angeschlossen wurden. 1986 gründete Carola Peill die "Günther Peill Stiftung" mit einem Grundvermögen von 2 Millionen DM zur Förderung junger Kunst, deren hauptsächliche Aufgabe es ist, Förderstipendien, die zu den bestdotierten in Deutschland gehören, an junge bildende Künstler zu vergeben. 1990 wurde auf Wunsch von Louise Zilcken die "Josef Zilcken Stiftung" mit einem Grundvermögen von 1,5 Millionen DM gegründet. Sie hat sich zur Aufgabe gestellt, eine Sammlung der Kunst des 19. Jahrhunderts zur Präsentation im Leopold-Hoesch-Museum aufzubauen. (...)

Unser Dank geht an alle Spender, vor allem auch an solche, die zwar nur ein kleines Kunstwerk schenkten, für die aber dieses eine Kunstwerk eine große Gabe bedeutet. Bei der Erweiterung einer Kunstsammlung des Museumsvereins für das Leopold-Hoesch-Museum mitzuhelfen, ist der Grundtenor aller Spender gewesen. Sie alle verbindet Liebe zur Kunst, ein tief verwurzeltes Verantwortungsbewußtsein für das bedeutende Leopold-Hoesch-Museum ihrer Heimatstadt Düren und für das kulturelle Allgemeinwohl. (...)

ECKHARD CREUTZ Vorsitzender
DR. DOROTHEA EIMERT Geschäfts-/Schriftführerin